My Melancholy Friends:

(back to main page)


Wer seine Angebetete beeindrucken will, könnte „My melancholy friends“ auf Kassette überspielen und als selbst gebasteltes Mixtape ausgeben. Die Chancen stehen gut, dass die Dame des Herzens schwach wird. Es ist der Compilation allerdings zu wünschen, dass sie für derlei Missbrauch bald zu bekannt wird.
Nur wenige Monate nach Release seines aktuellen Longplayers Tales from the east side veröffentlicht der österreichische Singer/Songwriter Bernhard Eder diese exquisite Mischung melancholischer Balladen. Die Platte vereint Stücke bekannter und noch nahezu unbekannter tear pop-Songwriter. Seine Melancholy Friends hat Eder im Laufe von vielen Touren kennengelernt, sie sind Weggefährten, Konzertpartner, Freunde, in den meisten Fällen alles in einem. Eder kann es sich inzwischen aussuchen, mit wem er auftritt und die Werke auf dieser CD stammen von einigen der besten seines Genres.
Nach vielmaligem Hören kristallisieren sich ein paar besondere Perlen aus der Kette der Lieder heraus: Klabundes intimes, zerbrechliches Stück „paper planes“, Lasse Matthiessens sehnsuchtsvolles „soon the spring“, Peter Folks charmantes „Lullaby“ sowie Eders eigene Komposition, das wunderschöne schwermütige „Flowers are broken, colours are gone“ gehören definitiv dazu, und auch „Tokyo Girl“ vom portugiesischen Loop-Genie Noiserv braucht sich einfach nicht ab. Doch die Lieblingssongs ändern sich mit jedem Mal Anhören, denn die meisten der Stücke gehören zu der Art Lieder, die mit dem besser kennen immer schöner werden.
Die Dramaturgie des Albums war die schwerste und zeitaufwendigste Phase der Produktion. Die Mühe hat sich sehr gelohnt. Eder hat in seinem Leben schon viele Mixtapes aufgenommen und das kann man hören: Das thematische und musikalische Konzept, die Übergänge, die Liedauswahl, der subtile Wechsel zwischen verträumt und klar, zupackend und schwermütig — man könnte das alles als Grundlage für einen How to make a mixtape-Workshop verwenden.
Fazit: In den leisen Momenten hinter verregneten Fensterscheiben singen die Melancholy Friends für dich und du fühlst dich weniger alleine.

written by Katharina Litschauer
published in JUSTMAG (09/May)



Was gibt es Schöneres, als ein Mixtape geschenkt zu bekommen? Und zwar nicht ein lieblos aus schnell aus dem Netz heruntergeladenen Songs zusammengepfuschtes Mixtape, sondern ein richtig gutes. Eines, dem man anhört, dass sich da jemand Gedanken gemacht und mit viel Liebe genau die richtigen Stücke ausgesucht hat. Eben ein Mixtape wie das von Bernhard Eder zusammengestellte „My Melancholy Friends“.
Wie der Titel schon andeutet, hat der Songwriter aus Österreich befreundete Musiker, die er auf Tour, bei gemeinsamen Konzerten und während seines zweijährigen Aufenthalts in Berlin kennengelernt hat, gebeten, Songs für eine Compilation mit traurig-schöner Musik beizusteuern. Dreizehn Bands und Solokünstler folgten dem Aufruf ihres Freundes Bernhard Eder, der mit „Flowers Broken, Colours Gone“ natürlich auch selbst vertreten ist, und sorgten mit ihren zum Teil bisher unveröffentlichten Beiträgen dafür, dass aus „My Melancholy Friends“ ein stimmungsvolles und abwechslungsreiches Album geworden ist. Neben ein paar immer wieder gerne gehörten Zeitgenossen wie MissinCat, Kitty Solaris, Klabunde und The Alma Church Choir finden sich auf der Platte auch einige sehr aufregende Neuentdeckungen. Noiserv aus Portugal zum Beispiel, dessen spröder Song „Tokyo Girl“ so gar nicht an südliche Gefilde denken lässt, sondern vielmehr an den Northern Blues eines Christian Kjellvander. Oder Ian Fisher, ein Amerikaner mit einer traumhaft schönen Stimme, der mit dem theatralischen „Stained Glass“ für eines der absoluten Highlights sorgt. Oder Peter Folk mit seinem wohltuend altmodischen „Lullaby“. Oder Peter Piek, der mit seltsamer Stimme eine ergreifende Ode an „Elli“ anstimmt. Es gibt wirklich viel zu entdecken auf „My Melancholy Friends“ und am besten hört man sich das wohl selbst an. Es lohnt sich, denn dieses Mixtape ist wirklich ein großartiges Geschenk.

written by Christoph
published on ROTERAUPE.DE (09/May)



Seit etwa zwei Jahren lebt der aus Wien stammende Singer-und Songwriter Berhnard Eder in Berlin. In dieser Zeit hat er viele Künstler kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Man ging gemeinsam auf Tour oder supportete einander durch Gastauftritte.
Bernhard Eder konnte nun seine Freunde für die Idee gewinnen, an einer Kompilation mitzuwirken, die den Titel "My Melancholy Friends" trägt. Darauf versammelt sind 14 Künstler bzw. Acts, darunter Kitty Solaris, Missincat, Lasse Matthiessen, Klabunde, Ian Fisher und Tim Neuhaus.
Auf der Compilation, deren Tracks liebevoll ausgewählt wurden, ragen besonders der Opener "If I Could Change The End", ein dezent von Xylophon- und Gitarrenklängen untermaltes Popjuwel von Missincat, der fragil anmutende Folkpop des Singer/Songwriters Klabunde< ("Paper Planes"), der einfühlsame, vom Piano getragene Track "5 Weeks" von Tim Neuhaus sowie "Non Stop", ein spartanisch instrumentiertes Stück von Kitty Solaris, welches auch auf ihrem Output "Different People Recording" (2003) zu finden ist, heraus.
Natürlich darf da Bernhard Eder nicht fehlen, der für den Sampler den bisher nicht veröffentlichten Track "Flowers Broken, Colours Gone", ein mit Schwermut geschwängertes Kleinod, beisteuerte.

Abschließend darf wohl gesagt werden, dass man sich einfach in die Kompilation "My Melancholy Friends" verlieben muss, die eine wunderbar melancholische Atmosphäre transportiert und dabei mit musikalischer Vielfalt zu glänzen weiß.

Meine Anspieltipps:
Missincat: If I Could Change The End
Klabunde: Paper Planes
Kitty Solaris: Non Stop
Bernhard Eder: Flowers Broken, Colours Gone

written by Hans Korte
published on ELEKTROLURCH.COM (09/May)


(back to main page)